Persönlichkeitsentwicklung, das Setzen und Verfolgen von Zielen ist eine gute Sache. Man bildet sich weiter und lernt sich immer wieder neu kennen. Jedoch läuft man bei zu starkem Fokus auf Veränderungen Gefahr, sich selber unbewusst als minderwertig zu betrachten. Dies wiederum führt oft dazu, dass man mit sich zweifelt und mit sich selber nicht mehr zufrieden ist.
Ideale verfolgen?
Du setzt dir ein Ziel. Nehmen wir einmal an, dass du selbstbewusster werden willst. Du verfolgst dabei ein Ideal – oder Zielvorstellung. Täglich vergleichst du nun dein Handeln mit dem, der Zielvorstellung. Ab und zu wirst du Erfolge realisieren. Du wirst dir sagen können, dass du heute genau wie dein „Vorbild“ gehandelt hast. Dadurch wirst du dich wohl auch gut und fühlen. Zeitgleich wirst du die Motivation verspüren, noch selbstbewusster zu werden. Sobald du aber während einiger Zeit keine grossen Fortschritte mehr erzielen wirst, wirst du beginnen zu zweifeln. Du wirst beginnen, dich zu hinterfragen. Wieso klappt es nicht? Warum kann ich mich nicht ändern? Und da du dir solche Fragen stellst, kannst du gar nicht anders, als dich auf das zu fokussieren, was du nicht bist.
Damit soll gesagt werden: Wenn du stur nach einem Ideal strebst, wirst du wohl verlieren. Denn indem du deine Zielvorstellung derart präzise formulierst, lässt du keinen Platz für Misserfolge zu. Misserfolge werden dich viel härter treffen. Wenn du von dir verlangst, dass du so selbstbewusst wie James Bond wirst, dann wirst du früher oder später an deinen Erwartungen zerschmettern.
Der Weg ist das Ziel?
Das ist, was viele andere Leute sagen. Man strebt zwar ein Ideal an, erwartet von sich selber aber eigentlich gar nicht, dass man so weit kommt. Vielmehr soll es der Weg sein, die kleinen Verbesserungen, der uns befriedigen soll. Nun, auch das führt früher oder später zu Frust, Zweifel und Unzufriedenheit. Denn sobald wir auf unserem Weg kleine Fortschritte bemerken, steigert sich unsere Motivation kurzfristig sehr stark. Wir wollen mehr. Das ist ja auch normal. Und wir können das in gewissen Situationen zu unseren Gunsten nutzen. Aber wenn wir weiterhin unsere Gemütslage abhängig vom Erreichen oder Nichterreichen von Zielen machen, dann führt das früher oder später zu Frust und Minderwertigkeit.
Wie werde ich Glücklich?
Ich bin weiterhin der Meinung, dass Ziele wichtig sind. Wir müssen uns weiterentwickeln. Stillstand ist Rückschritt. ABER wir müssen lernen, dass wir das Erreichen oder Nichterreichen von unseren Zielen nicht mit unserer Stimmung oder Gemütslage koppeln. Wenn wir etwas erreichen, dürfen wir natürlich stolz sein. Wenn wir etwas nicht erreichen, dürfen wir auch ein wenig traurig sein. ABER, das wars dann auch. Wir sind mehr als unsere Ziele. Wir müssen lernen, mit uns zufrieden zu sein. Und zwar so, wie wir jetzt gerade sind. Also vielleicht mal die Ziele bei Seite legen und einfach mal sich selber geniessen.
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